Infrastruktur & Souveränität

Weniger Abhängigkeit, ohne die IT neu zu bauen.

Sie möchten Kosten, Abhängigkeiten oder Cloud-Risiken reduzieren, ohne gleich die komplette IT neu zu bauen? Wir prüfen, welche Systeme sinnvoll in Microsoft bleiben und wo eigene oder offene Plattformen besser passen. Nicht dogmatisch, sondern pro Prozess.

Typische Ausgangslagen

Wenn die Infrastruktur Sie steuert statt umgekehrt

Selten ist ein einzelnes System das Problem. Es ist die Summe aus Verträgen, Gewohnheiten und Abhängigkeiten, die niemand mehr bewusst entschieden hat.

Die VMware-Verlängerung steht an

Das neue Angebot ist deutlich teurer als bisher, und die Laufzeit bindet Sie für Jahre. Eine Alternative wurde nie ernsthaft geprüft.

Alles bei einem Anbieter

Identität, Mail, Dateien, Telefonie und Geräte hängen am selben Vertrag. Jede Preis- oder Lizenzänderung trifft Sie voll.

Daten sollen in der Schweiz bleiben

Kunden, Revision oder Branchenvorgaben fragen, wo Ihre Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Die Antwort ist unklar.

KI ja, aber nicht mit allem

Sie möchten KI nutzen, aber Mandanten-, Personal- oder Gesundheitsdaten nicht an einen Cloud-Dienst geben.

Gewachsene Serverlandschaft

Ein paar Hosts, viele VMs, ein Backup, dessen Wiederherstellung noch nie getestet wurde. Dokumentation gibt es bruchstückweise.

Lizenzen für Ungenutztes

Sie bezahlen für Pakete, von denen ein Teil der Funktionen nie genutzt wird, weil die kleinere Variante nicht mehr angeboten wird.

Nicht dogmatisch. Wir entscheiden pro Prozess, welche Plattform sinnvoll ist, und reduzieren unnötige Abhängigkeiten. Microsoft verstehen, ohne Microsoft um jeden Preis verkaufen zu müssen.

Microsoft, wo es passt

Entra ID, Intune, Exchange Online und Teams sind für viele KMU die richtige Wahl. Wir kennen sie tief und machen sie gut, statt sie reflexartig zu ersetzen.

Offene Plattformen, wo sie besser sind

Virtualisierung, Dateiablage, Container-Hosting oder lokale KI lassen sich oft mit Open Source günstiger und kontrollierter betreiben.

Schnittstellen statt Vendor-Lock-in

Offene Standards wie SAML, OpenID Connect, IMAP, CalDAV oder S3 und dokumentierte APIs halten den Weg zu einem anderen Anbieter offen.

Jede Änderung mit Rückweg

Wir migrieren in Etappen, mit Pilot, Parallelbetrieb und einem klaren Weg zurück, falls etwas nicht wie geplant läuft.

Virtualisierung

Proxmox statt VMware

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom gibt es die Produkte nur noch im Abonnement und in grösseren Paketen. Für viele KMU steigen die Kosten bei der nächsten Verlängerung deutlich.

Proxmox Virtual Environment ist eine ausgereifte Open-Source-Plattform auf Debian-Basis: KVM für virtuelle Maschinen, LXC für Container, Cluster und Hochverfügbarkeit, ZFS und Ceph als Speicher, alles über eine Weboberfläche verwaltet. Eine kostenpflichtige Subskription bringt Enterprise-Repository und Herstellersupport, ist für den Betrieb aber keine Voraussetzung.

Für die Migration bringt Proxmox VE einen Import-Assistenten für VMs aus ESXi mit. Die Arbeit steckt in den Details: VirtIO-Treiber für Windows, Netzwerk und VLANs, Speicherlayout, Lizenzaktivierungen und eine Backup-Strategie, die vom ersten Tag an funktioniert.

  1. 1

    Inventar und Bewertung

    Welche VMs laufen, welche Abhängigkeiten, welche Lizenzen hängen an der Hardware? Was kann weg, was wird Container, was bleibt VM?

  2. 2

    Zielplattform aufbauen

    Proxmox-Hosts oder Cluster, Speicher, Netzwerk und Proxmox Backup Server. Dokumentiert und mit getesteter Wiederherstellung.

  3. 3

    Pilot-VMs migrieren

    Unkritische Systeme zuerst. Wir messen Leistung, prüfen Treiber und üben den Rückweg, solange VMware noch läuft.

  4. 4

    Migration in Wellen

    Geplante Wartungsfenster, klare Reihenfolge, Abnahme pro System. Keine Big-Bang-Umstellung über ein Wochenende.

  5. 5

    VMware abschalten

    Erst wenn alles stabil läuft, wird die alte Umgebung zurückgebaut. Dokumentation und Runbooks gehen an Ihr Team.

Backup

Proxmox Backup Server mit inkrementellen, deduplizierten und verschlüsselbaren Sicherungen. Plus eine Kopie ausser Haus.

Container-Hosting

Webanwendungen und Dienste als Docker-Container: schlank, reproduzierbar und einfach zu aktualisieren.

Reverse Proxy

Ein zentraler Eingang für alle Dienste, mit automatisch erneuerten TLS-Zertifikaten und nur den nötigen offenen Ports.

Eigener Mailserver

Wo es sinnvoll ist, etwa für Systemmails oder Produkte: mit SPF, DKIM und DMARC sauber aufgesetzt.

Open Source

Alternativen zu einzelnen Microsoft-365-Komponenten

Nicht alles oder nichts. Oft lohnt es sich, einzelne Bausteine offen zu betreiben und den Rest in Microsoft 365 zu lassen. Entscheidend ist, wer es danach betreibt.

Dateien & Freigaben

Nextcloud für Dateiablage, Synchronisation und externe Freigaben, auf eigener Infrastruktur oder bei einem Schweizer Hoster. Anmeldung über Entra ID per SAML oder OpenID Connect ist möglich.

Office im Browser

ONLYOFFICE oder Collabora Online für gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen, eingebunden in Nextcloud.

Mail & Groupware

Mail, Kalender und Kontakte mit offenen Groupware-Lösungen wie grommunio oder SOGo. Sinnvoll für klar abgegrenzte Teams oder Systeme, selten als Komplettersatz.

Sinnvoll, wenn …

  • Daten nachweislich in der Schweiz oder bei Ihnen liegen müssen
  • viele Nutzer nur einen kleinen Teil der Funktionen brauchen
  • externe Partner Dateien ohne Microsoft-Konto austauschen sollen
  • Betrieb und Updates verlässlich geregelt sind, intern oder mit uns

Eher nicht, wenn …

  • Ihr Team intensiv in Teams, Outlook und SharePoint zusammenarbeitet
  • Geräteverwaltung, Conditional Access und Purview eng verzahnt sind
  • Microsoft 365 Copilot ein zentraler Baustein werden soll
  • niemand Zeit und Verantwortung für den Betrieb übernehmen kann

Private AI

KI, deren Daten Ihr Haus nicht verlassen

Offene Sprachmodelle laufen heute auf eigener Hardware oder bei einem Schweizer Hoster. Für viele Aufgaben reicht das, und die Daten bleiben unter Ihrer Kontrolle.

Lokale Modelle sind kleiner als die grössten Cloud-Modelle. Für Klassifizieren, Extrahieren, Zusammenfassen und die Suche in internen Dokumenten genügen sie oft. Für anspruchsvolles Schreiben oder komplexes Schlussfolgern kann ein Cloud-Modell mit passendem Vertrag die bessere Wahl sein. Wir bauen Architekturen, in denen beides möglich ist und pro Aufgabe entschieden wird.

KI-Agenten & Human-in-the-Loop

Was dazugehört

  • Auswahl passender Open-Weight-Modelle für Ihre Aufgaben
  • Hardware oder GPU-Hosting realistisch dimensioniert
  • Suche über interne Dokumente mit Quellenangabe
  • Zugriff nur auf freigegebene Ablagen und Systeme
  • Protokoll, Updates und Betrieb geregelt
  • Ehrlicher Vergleich mit Cloud-Modellen bei Qualität und Kosten

Architektur

Hybrid ist kein Kompromiss, sondern oft die beste Antwort

Die meisten unserer Empfehlungen sind Mischformen: Identität und Arbeitsplatz in Microsoft 365, Spezialsysteme und sensible Daten auf eigener oder Schweizer Infrastruktur, verbunden über saubere Schnittstellen.

Eine Identität

Ein Konto für alles. Auch Open-Source-Dienste melden sich über Entra ID an, mit MFA und Conditional Access.

Datenhoheit

Sie wissen, welche Daten wo liegen, wer Zugriff hat und wie Sie sie wieder herausbekommen. Schriftlich dokumentiert.

Ausstiegsfähigkeit

Für jedes System ist klar, wie ein Wechsel ginge: Datenformate, Exporte, Abhängigkeiten. Nicht weil Sie wechseln müssen, sondern weil Sie es könnten.

Selbst im Betrieb

Wir empfehlen nichts, was wir nicht selbst betreiben

Unsere eigenen Produkte laufen auf einer eigenen Proxmox-Umgebung. Updates, Zertifikate, Mailzustellung und Störungen sind für uns Alltag, nicht Theorie.

Proxmox VEDockerReverse ProxyLet's EncryptEigener MailserverLinux
  • Eigene Proxmox-Umgebung mit getrennten Containern für unsere Produkte
  • Container-Hosting mit Docker und wiederholbaren Deployments
  • Reverse Proxy mit automatisch erneuerten TLS-Zertifikaten
  • Eigener Mailserver mit SPF, DKIM und DMARC

Vorgehen

Erst verstehen, dann umziehen

Kein Abbruch über Nacht. Wir entscheiden System für System und migrieren nur, was sich nachweislich lohnt.

1

Bestand aufnehmen

Systeme, Verträge, Lizenzen, Datenflüsse und Abhängigkeiten.

2

Pro Prozess bewerten

Bleiben, anbinden oder ablösen, mit Kosten und Risiken.

3

Zielbild mit Rückweg

Architektur, Reihenfolge und Ausstieg für jeden Schritt.

4

Pilot

Erst unkritische Systeme, messen, nachschärfen.

5

Migration & Betrieb

In Wellen umziehen, dokumentieren, übergeben oder betreiben.

Häufige Fragen

Infrastruktur & Souveränität: was Sie wissen sollten

Wollen Sie uns von Microsoft wegbringen?

Nein. Wir arbeiten jeden Tag tief in Microsoft 365 und empfehlen es dort, wo es die beste Lösung ist. Wir schauen nur pro Prozess hin, statt Microsoft als einzige Antwort zu setzen. Oft ist das Ergebnis eine Mischung, manchmal bleibt fast alles, wie es ist.

Ist Proxmox für den produktiven Einsatz im KMU geeignet?

Ja. Proxmox VE wird seit vielen Jahren produktiv eingesetzt, unterstützt Cluster, Hochverfügbarkeit und Live-Migration und hat mit dem Proxmox Backup Server eine passende Sicherungslösung. Für produktive Umgebungen empfehlen wir in der Regel eine Subskription für das Enterprise-Repository und Herstellersupport.

Wie lange dauert eine Migration von VMware auf Proxmox?

Das hängt von Anzahl und Art der VMs, vom Speicher und von Abhängigkeiten ab. Nach der Bestandsaufnahme erhalten Sie einen Plan mit Wellen und Wartungsfenstern. Wichtig ist, früh zu starten, damit die Migration nicht unter dem Druck einer auslaufenden Lizenz passiert.

Wer betreibt die Open-Source-Systeme danach?

Das klären wir vor der Entscheidung, denn es ist die wichtigste Frage. Entweder Ihre IT übernimmt mit Dokumentation und Einführung, oder wir betreiben die Systeme mit geregelten Updates und Überwachung. Ein System ohne klaren Betrieb empfehlen wir nicht.

Sind lokale KI-Modelle gut genug?

Für viele Aufgaben ja: Mails klassifizieren, Daten aus Dokumenten extrahieren, zusammenfassen, interne Dokumente durchsuchen. Bei anspruchsvollen Texten liegen grosse Cloud-Modelle oft vorne. Wir testen mit Ihren echten Beispielen und zeigen den Unterschied, bevor Sie in Hardware investieren.

Wo hängen Sie heute an einem Anbieter, an dem Sie nicht hängen möchten?

In 30 Minuten schauen wir auf Ihre Infrastruktur, Lizenzen und Abhängigkeiten. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung, was sich lohnt zu ändern und was besser bleibt, wie es ist.